MJB souverän Tabellenführer und auf bestem Wege zur Bezirksliga
16. Oktober 2021
Frauen gewinnen ihr zweites Saisonspiel denkbar knapp
17. Oktober 2021

M-BK: TSG – HSG Kochertürn/Stein

Endergebnis: 31 : 27

Halbzeit: 14:14

Für die TSG spielten: Uli Burkhardt, Leon Hönig (beide Tor), Matthias Teinert (4), Sebastian Hönig (1), Leander Franz (4), Felix Nietzschmann, Vasil Vitanov (9/2), Jens Bothe, Firas Ben Zineb, Paul Dietrich (8), Jan Stephan (4/1), Johann Klink, Sebastian Gutbrod, Sebastian Hillnhütter (1)

Affentheater in Schwäbisch Hall

Einem aufmerksamen Beobachter wäre am vergangenen Samstagabend eine gespenstische Stimmung in Schwäbisch Hall aufgefallen. Bei einem abendlichen Spaziergang durch die Kreisstadt am Kocher hätte er mit Unbehagen die Blicke der dunklen Fenster im Rücken gespürt, während kein menschliches Geräusch die herbstliche Stille gestört hätte.
Fröstelnd wäre er durch den wallenden Nebel geirrt, schneller werdend auf der Suche nach dem Verbleib der hällischen Bevölkerung. Wie Watte wäre der trübe Dunst in seine Ohren und Augen gedrungen, bis die Geräuschlosigkeit ihn schier wahnsinnig gemacht hätte. Doch dann… Dumpfes Trommeln aus der Ferne! Gespenstische Lichter im Nebelweiß, Schreie, Pfiffe, das Geräusch eines harzigen Balles, der mit Wucht die Hand eines Linkshänders verlässt.
Unser Spaziergänger hat die Einwohner Halls gefunden: In der Schenkenseehalle waren sie Beiwohner eines epischen Kampfes.
Die übertrainierte Gorillahorde des Silberrückens Zoran Stavreski empfing eine hochmotivierte Gastmannschaft aus Kochertürn und machte sich durch ausgiebiges Auf-die-Brust-Trommeln, Äste-Werfen und Auf-Baumstämme-Schlagen warm.
Bereits kurz nach dem Anpfiff wurde klar, wohin die Reise gehen würde: Der haar-, aber nicht harmlose Oberaffe Paul Dietrich warf sich derart in die gegnerische Deckung, dass die Gegner noch heute rote und blaue Glatzenabdrücke am ganzen Körper finden.
Zeitgleich begann die Affenbande auf der Tribüne zu toben, um erst ca. 80 Minuten später wieder damit aufzuhören. Besonders ein blonder Kurzbeinaffe der Gattung Gorilla Bendli gebärdete sich, als habe ihm jemand die Kokosnuss geklaut.
Angestachelt durch den ohrenbetäubenden Lärm der brüllenden Primaten stürzte sich das Stavreskische Rudel in den Kampf als ginge es um ein besonders attraktives Weibchen. Neben dem haarlosen Alphatier tat sich dabei ein aus Nordmazedonien eingewandertes Jungtier hervor. Mit Wucht feuerte es die harzige Kokosnuss immer wieder in die Maschen, dass noch ein paar Straßen weiter die Scheiben wackelten.
Doch nicht nur im Angriff konnte man extreme Verhaltensweisen bestaunen. Auch beim Verteidigen des eigenen Reviers wurde dem verblüfften Beobachter einiges geboten. Gerade die älteren Männchen ließen die Kochertürner Flinkfußäffchen von ihrer breiten Brust abprallen, dass diese sich immer wieder in Unterwerfungsgesten auf dem Waldboden wälzten. Ein Exemplar der Gattung Megalopithicus Leandri ergriff daraufhin die Gunst der Stunde und rannte mit der Kokosnuss immer wieder ins gegnerische Territorium. Die auf seinem titanischen Rücken zappelnden Flinkfußäffchen schien er dabei nicht einmal zu bemerken.
Eindrucksvolles territoriales Verhalten bewies das junge Männchen Nr. 16 (von den Forschern „Leon“ genannt). Es zeigte ausgesprochen dominante Gesten und Lautäußerungen und wehrte mit Händen und Greiffüßen alle gegnerischen Angriffe ab. Als ein junges Männchen des gegenüberstehenden Rudels ihm dann noch die Übergabe der Kokosnuss verweigerte, besprang er dieses in einem abgewandelten Paarungsritual, um Dominanz herzustellen. Als das Pfeifäffchen dazwischenging, tobte und schrie das Jungtier und war vom Rest der Horde kaum zu beruhigen.
Letztlich löste sich der Konflikt zwischen den Affenbanden recht friedlich. Wie so oft führten die zahlreichen Drohgebärden nicht zu einer echten Fehde. Am Ende erkannten die Kochertürner Tiere die Überlegenheit der territorialen Affen an und verließen deren Revier mit einer Niederlage von 27:31 Kokosnüssen.
Silberrücken Zoran Stavreski fasste das Spielgeschehen treffend zusammen: „Ugh. Ugh! Uh-uh-uh-uh, iiieeek!“. Allerdings hatte er auch die Defizite seiner Horde im Blick: „Uh. Uh ah ah ah! Ugh“.
Insgesamt fällt sein Fazit allerdings positiv aus: „Ugah. Iiiiieeek! Ugah-guh! Ugah“.
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

 

Und wer mit Nicos mega geilem Bericht durch ist, darf sich jetzt auch noch den offiziellen, weit weniger lustigen Spielbericht zu Gemüte führen:

Am Samstagabend empfing die TSG Schwäbisch Hall den amtierenden Tabellenführer aus Kochertürn zum Duell der Aufstiegsaspiranten.
Vor lautstarker Kulisse taten sich die Gastgeber zunächst schwer, spielerische Mittel gegen die offensive Deckung Kochertürns zu finden. Der überragende Mittelmann Paul Dietrich setzte aber gleich ein deutliches Zeichen: Mit vollem Körpereinsatz warf er sich in die kleinsten Lücken und kam immer wieder zu Würfen aus der Nahdistanz.
Es entwickelte sich ein intensives Spiel auf Augenhöhe, bei dem Schwäbisch Hall meist eine knappe Führung verteidigte. Während die TSG vor allem durch körperliche Überlegenheit zu Wurfgelegenheiten kam, setzten die Gäste auf schnelles Passspiel und häufige Positionswechsel – mit Erfolg. Sie schafften es immer wieder den Kreisläufer freizuspielen oder über die Außen abzuräumen.
Folgerichtig kam Kochertürn kurz vor der Pause dann auch zur ersten Führung: 12:13. Hall glich aber wieder aus, so dass es beim Stand von 14:14 in die Kabinen ging.
In der zweiten Halbzeit setzte sich das Geschehen fort: Ein rassiges und hart umkämpftes Duell zweier starker Mannschaften mit leichten Vorteilen für die Hausherren.
In aufgeheizter Atmosphäre auf dem Feld und den Tribünen setzte sich die TSG schrittweise ab und zeigte dabei eine beeindruckende kämpferische Leistung. Besonders Torwart Leon Hönig war kaum noch zu bremsen. Motiviert bis in die Haarspitzen warf er sich den Gegnern entgegen und brachte sie wiederholt zum Verzweifeln.
Dennoch blieb das Spiel offen bis in die Schlussphase, als sich die Gastgeber durch drei Tore in Folge schließlich entscheidend absetzen konnten (28:24, 55.).
Die Begeisterung über den Sieg war Trainer Zoran Stavreski deutlich anzumerken: „Das war ein enges Spiel, aber wir haben immer an den Sieg geglaubt. Mannschaft und Publikum haben sich gegenseitig aufgepeitscht, das macht Lust auf mehr! Heute hat uns der Teamgeist den Sieg gebracht.“

Comments are closed.